gewöhnlich soll es nicht sein

Vor einiger Zeit sah ich bereits eine Kurzversion des Film im Fernsehen und wie das so bei mir ist, kurz darauf hatte ich schon wieder vergessen, dass dem so war. Da musste mich erst der Mann daran erinnern, dass ich vollkommen begeistert und wie unglaublich toll der Film eigentlich war. Mein Hirn funktioniert in solchen Dingen etwas seltsam. Zu einer Verabschiedung ließ sich der Mann nun die DVDs schenken, und so schauten wir gestern Trip to Asia mit den Berliner Philharmonikern und Sir Simon Rattle.

Am Ende dieses Film will man dann entweder unbedingt sofort nach Tokio, Hongkong, Taipei oder so oder unbedingt Orchestermusiker werden und jammert der Tatsache nach, dass man nur Klavier zum Hausgebrauch spielen kann, oder unbedingt mit Sir Simon auf dem Sofa sitzen und plaudern und schweigen. Auf wirklich großartige Art und Weise wird das Spannungsfeld der Orchestergesellschaft skizziert. Diese unfassbar unterschiedlichen, durchaus sehr einsamen und egozentrischen Menschen, die doch alle mit dem einem Ziel zusammenkommen. Die Suche nach dem Einklang. Es wird erzählt von der hochspannenden und komplexen sozialen Struktur des Orchesters, es geht um Führung (wo braucht’s die? wieviel wird zugelassen? wann ist’s zu viel?), um Autarkie, um die Balance zwischen Absturz und Abheben, um zwei unvereinbare Seiten der Seele und immer wieder um Menschen, Menschen, Menschen, denen eins vollkommen klar ist: gewöhnlich soll es nicht sein.

Anschauen.

himmelblau am 6. Januar 2012 um 11:54
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1 Kommentar

  1. tadellos

    am 6. Januar 2012 um 13:11

    ich sah den film vor einiger zeit und war hin und weg. sovieles erinnerte mich an meine beobachtungen in h.s orchester.

    der film über das projekt “rhythm is it” von rattle ist ähnlich – man könnte diesem wunderbaren menschen stundenlang zusehen!