laberflash.

der herr martenstein hat in der zeit über den unsinn der mündlichen mitarbeit in der schule geschrieben. und ich fühle mich ertappt – denn ja, ich war eine dieser dauerlaberer, die damit mehrfach ihren versetzungsgefährdeten arsch retten konnte. und bis heute kann ich auf knopfdruck loslegen und schwätzen. das hat hin und wieder mit geltungsbedürfnis zu tun, sehr oft aber mit unsicherheit. denn genau das ist der oft wunde punkt der laberer, den sie ulkigerweise mit den schweigern gemein haben, so dass die beiden nur der umgang damit trennt: unsicherheit. wo der eine aus unsicherheit schweigt, labert der andere aus eben jener. in gruppen sitzend, in der jemand eine frage stellt und keiner antwortet muss ich antworten. es führt kein weg daran vorbei, ich halte die stille und die betretenheit schlicht nicht aus. glühend bewundere ich die menschen, die sitzen und sich zeit lassen mit der antwort – die dann auch in der regel weitaus durchdachter ausfällt als meine. menschen, die einfach mal den rand halten können. meine hökscht! verbale art kommt mir sehr oft zu gute, ohne frage. ich stelle schnell kontakt her, viele menschen nehmen mich als selbstbewusst war, worüber ich immer sehr lachen muss, weil wenn ich eins nicht bin dann selbstbewusst. ich vermittle den eindruck ich hätte was zu sagen. ich öffne mich und damit auch oft menschen in meinem umfeld. das ist alles gut und schön. aber soll ich mal was verraten?

das ist auch mörderanstrengend. man glaubt es kaum.

insofern bitte ich auch um ein wenig mitgefühl für die dauerlaberer und quasselstrippen, die selbstdarsteller und nervensägen – die habens wahrlich auch nicht leicht. mit sich. und den schweigern. und allen anderen.

tadellos am 28. September 2011 um 09:59
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