gerade eben erst wieder auf einem blog gelesen, wie man dort mit der wahl der schule umgeht. lese ich das, passieren zwei dinge. erstens frage ich mich, was da für eine einseitige schülerschaft samt elternschaft auf uns zu kommt die meint nur unter ihresgleichen kann anständig für die schule und das leben gelernt werden und zweitens frage ich mich, was wird aus unseren eigenen kindern die eltern haben, die nicht wollen, dass ihre kinder abgeschottet von jeglichen sozialen milieuunterschieden und ihren dazugehörigen konflikten ihre kindheit und jugend verbringen?
ein bisschen scheint mir die diskussion die fortführung der sandkastenhaltung die ich so oft erlebe, die mich unfassbar nervt und die diese eltern wahrscheinlich auch schon geführt haben: “nein jeanluc, dem pierre- maximilian darfst du nicht mit dem schäufelchen auf den kopf hauen, das macht ganz arg aua.” (und besonders gerne in einem alter, in dem kein kind den unterschied zwischen recht und unrecht rafft, egal was die eltern einem erzählen wollen – kognitives verstehen hat einfach seine grenzen. aber anderes thema.)
was kommt da für eine generation auf uns zu, die konflikte nur unter ihresgleichen ausmachen gelernt hat bez. der man die möglichkeit zur auseinandersetzung und ja! auch gerne mal ordentlich mit sandschäufelchen auf den kopp, von vornherein immer verwehrt hat? die nie gezwungen war sich mit anderen haltungen, einer anderen denke, anderen umgangsformen, anderer sprache und anderem miteinander auseinanderzusetzen und gegebenenfalls auch einfach mal anzupassen? die immer, leicht inzestuös, unter ihres gleichen geblieben ist? welche chance aufs leben lernen nehme ich damit meinen kindern?
oder aber ist es ganz anders: werden unsere zwei hier die loser sein, weil ihre eltern allen voran die mutter die verfechterin der “wenns menschelt hilft reden” mit der erweiterung “und zur not einfach auch ein satz heiße ohren zur verteidigung” – haltung ist und felsenfest der meinung ist, dass elitäres schichtengehabe der untergang der sozialen gesellschaft ist? werden sie uns eines tages vorwerfen, dass wir uns nicht ausreichend gekümmert haben um ihren sozialen schutz? werden sie uns fragen, warum wir lieber unseren vorstellung von einem miteinander in einer gesellschaft gefolgt sind und wir sie für diesen illusorischen scheiß konflikten, schlechter bildung und verminderten chancen ausgesetzt haben?
bei der kindergartenfrage haben wir uns goldrichtig entschieden – und zwar für den mit den unterschiedlichsten sozialen schichten und allem dazugehörigen konfliktpotential für uns eltern und die kinder. klappt wunderbar. und für die schulentscheidung haben wir ja noch ein jahr zeit zu entscheiden.
tadellos am 26. September 2011 um 07:16
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