spiel und spass mit den kindern.

in einer art letztem pädagogischem aufbäumen unsererseits spielen wir zur zeit sehr viel mit den kindern. die siedler von catan, diego drachenzahn, fucking lotti karotti (ich hasse dieses spiel allmählich.) und seit neuestem auch die knoblauchvampire. an sich macht das sehr viel spass, mit den kindern zu spielen. das problem ist nur, dass ein familienmitglied eine so gänzlich andere vorstellung des jeweiligen spieles hat. madämsche-tännsche. madämsche hat eine ohnehin schon recht eigenwillige auslegung diverser spielregeln, hinzu kommt aber eine gewisse form der unkonzentriertheit – an dieser stelle betone ich immer gerne, dass die unkonzentriertheit von einer starken weitsichtigkeit herrührt und sie schlicht nach einer zeitspanne überfordert ist die augen weiter an die nähe anzupassen. man könnte aber auch schlicht und ergreifend sagen, dass sie die hibbeligkeit und unkonzentriertheit in diesen angelegenheiten von ihrer mutter geerbt hat. das andere klingt aber besser.

die ersten 10 minuten geht alles gut. dann aber beginnt madämsche plötzlich lieder zu singen über die spielfiguren, behauptet sie sei an der reihe, verlässt schreiend den raum um 5 minuten später reinzukommen und mitzuteilen, dass sie ja gar nicht die grüne spielfigur sei sondern schon immer die rote, weil rot, dass sei ihre lieblingsfarbe und überhaupt lügen alle anwesenden, wenn sie behaupten, dass sie noch nie rot gehabt hätte. das ist im grunde genau die stelle, an der der männliche teil der familie anfängt leicht gernervt zu reagieren. der große bruder rollt mit den augen, erklärt noch einmal die regeln, betont langsam. der mann zuckt mit dem rechten augenlid und madämsche weiss allerhand aus dem leben der spielfiguren zu berichten. beim siedlerspiel kommt immer irgendwann die stelle, an der sie die kleiderfarben der kleinen mädchen auf den karten lobt und sich freut, wenn das eine kleine mädchen im roten kleid mit dem kleinen “hutzi-süss-kleinen!!” kätzchen spielt. der bruder rollt schon wieder die augen, der mann zuckt, die tochter rennt schreiend raus und ich sammle die spielfiguren zusammen. bei diego drachenzahn verrät sie immer, welches feld sie eigentlich treffen wollte, “weil sonst bist du traurig und das geht ja gaaa nich!” und das knoblauchspiel hat sie denke ich bis heute in den grundzügen nicht richtig verstanden “aber ich mag tomaten und keinen knoblauch. warum zählt dann für mich der knoblauch und nicht die tomaten!?”

das einzige spiel, wo sie zu 100% den überblick behält, sie uns abzockt, schweigt, beobachtet und im richtigen moment zuschlägt ist: memory. ausgerechnet. denn bei diesem spiel schlägt meine spielunkonzentriertheit zu – ich erzähle geschichten zu den einzelnen bildern, fange an rumzualbern, bin beleidigt, weil alle anderen stapel höher sind und verliere nach ca. 4 sekunden die lust.

vieleicht bin ich auch weitsichtig…….

tadellos am 29. August 2011 um 12:12
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