gestrandete wale.

es regnet. in strömen. da kommt man schon mal ins nachdenken, was man denn mit den zwei wildlingen hier anfangen soll. außenaktivitäten fallen der regenscheuheit der mutter zum opfer, die kinder jammern. also spaßbad. ich hasse spaßbäder. ich bade seit jahren ausschließlich in seen in der region hier oder im meer. die kinder lieben spaßbäder, obwohl sie noch nie ein spaßbad von innen gesehen haben. das scheint ein spaßbadgen bei kindern zu geben. der sohn fragte auf der hinfahrt allen ernstes, wie groß denn die badewanne sei und wieviel leute da drin platz haben. die beste nachbarin vonne welt schüttelt leise den kopf und wirft mir einen blick zu – jaja. spaßbad, ich komm ja schon.

auf dem parkplatz ein heidenauflauf – menschen aus allen regionen deutschlands, beladen mit picknickkörben, voll mit badetüchern, essen, plastiktieren. mit einem blick merkt man die spaßbadfans, das sind die mit dem meisten equipment. mein kleiner rucksack spricht auch bände……

wir ziehen uns um und mir fällt mit einem schlag auch wieder ein, was ich ganz besonders foschtbar finde. ich kann keine badelatschen, flipflops oder ähnliches tragen also bin ich diejenige die durch sämtliche siffe barfuß durch muss. ich bin tapfer und stapfe durch pipiwarmes wasser, dass hunderte von anderen menschen auf dem boden verteilt haben. wir finden ein plätzchen für handtücher, welches wir in den folgenden zweieinhalb stunden nur von weitem sehen, weil wir nicht mehr aus dem wasser rauskommen. die kinder sind wie labradore, es fehlt nur noch das stöckchen. sie schmeissen sich alle halbe stunde in die künstlichen spassbadwellen als hätten sie nie etwas anderes getan. sie lassen sich treiben, umherwirbeln, tauchen auf, spucken wasser, schmeissen sich wieder rein, der sohn sieht aus wie ein hund, honigbraune, glänzende augen, er wischt sich ständig die haare aus dem gesicht, zieht die nase hoch und schmeisst sich wieder rein. die tochter das ditziwitzi ist in ihrem element, sie lässt sich treiben, sieht wasserfeen und meerjungfrauen und schwimmt mit ihren neuen imaginären freunden.

ich stehe im wasser und beobachte die menschen um mich herum und stelle fest, dass es ungemein viele dicke kinder gibt und noch dickere erwachsene. männer tragen gerne auch mal einfach zu knappe badehosen, was bei mir zu so einer art autounfallgaffertum führt – ich kann nicht wegsehen und grusel mich dabei fürchterlich. die bauern mit den kleinsten slips haben die dicksten kartoffeln, es ist grauenhaft. frauen tragen tcm bikinis von letztem jahr, die dicken kaschieren nichts und die die nichts kaschieren müssten rennen in tankinis rum. ich trage einen bikini dessen oberteil schlicht nicht wellentauglich ist, ich zupple permanent an mir rum, ziehe den bauch ein und frage mich, was die anderen sehen wenn sie mich sehen. dann müssen die kinder aufs klo und ich muss barfuß durch undefinierbare pfützen und ekle mich zu tode. nach einer stunde kann ich niemanden mehr beobachten ohne mich dabei zu fragen, ob er nicht gerade ins becken strullert.

die kinder bekommen schwimmhäute. und sind glücklich, so über die maßen glücklich. sie strahlen und als der sohn mir beim umkleiden sagt, dass das eine super idee gewesen sei mit dem baden gehen – da denke ich mir, scheiss auf den fußpilz, dafür lohnt sich das alle mal.

 

tadellos am 23. Juni 2011 um 16:41
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