nächste woche zieht das gesamte unternehmen in einen tollen neubau. aus der innenstadt an den arsch der stadt. in ein industriegebiet. dort kann man autoreifen wechseln lassen, die einsatzzentrale des brk bewundern, das krematorium sehen, autos verschiedener marken kaufen und getränke im großmarkt einkaufen. was man nicht kann ist mittagessen. und nicht mittag zu essen geht in unserem unternehmen aber mal so gar nicht. die mitarbeiterküche ist die schaltzentrale der macht, kommunikationszentrum und raum der besinnung in einem. hier erfährt man alles, was man auf offiziellen wegen nie erfährt – unser aller herz sitzt dort. bisher hatten wir ausreichend möglichkeiten essen zu beschaffen und in unserer gemeinsame höhle zu verspeisen: nord.see, asia wok, döner und die besten fritten in südostoberbayern, reformhausmittagstisch, ein bäcker und den laden mit dem schönen kaffeetschkoverkäufer.
das ist alles vorbei. in zukunft bleibt einzig und allein ein kleines wägelsche mit dioxinverseuchten hähnchenteilen, das zweimal in der woche durch das industriegebiet zuckelt. das wars.
und wie kleine hungrige winterschläfer gehen wir seit zwei wochen exessiv mittagessen um für magere zeiten vorzubauen. fachbereiche stellen ihre eigenen wunschlisten auf, wo unbedingt nochmal gegessen werden muss, ab 11 uhr wird bei uns nicht mehr gearbeitet sondern lagebesprechungen abgehalten, störungen haben nachrang, essen geht vor. die neue chefin kennt das alles so noch nicht, versucht den widerstand mit markigen sprüchen wie “wenn sie meinen jetzt mittagessen zu müssen…..bitte! ich brauch das ja nicht.” zu formen und verpasst damit geschmeidisch den anschluss an die fressclique, die das unternehmen im inneren zusammenhält.
leider verpasse ich bis nächsten mittwoch die stationen nord.see, bäcker und asia wok – mir wurde aber hoch und heilig versprochen mit den fritten bis zum letzten tag vor dem umzug auf mich zu warten. ab dann werden wir uns was einfallen lassen müssen. ich habe da ja schon fest die neue lehrküche im blick……..
tadellos am 26. Januar 2011 um 18:39
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