Wenn ich in den Ferien bin, spule ich schlaftechnisch immer das gleiche Programm ab. Es fängt an mit: Ich öffne morgens gnadenlos früh, also gerne vor 6 Uhr, die Augen und bin mit einem Schlag so wach, man könnte mich locker eine Mathe-LK Klausur schreiben lassen. Mein Herz fährt den Motor hoch, ich bin fast etwas aufgeregt und die Vorstellung, in diesem Zustand im Bett liegen zu bleiben, ist unerträglich. Die Dunkelheit um mich würde mich nämlich zum Denken verführen und das sollte ich in solchen Zeiten lieber ausschließlich bei Helligkeit tun. Nach ein paar Tagen morgens früh mit Decke auf’m Sofa, das stille Haus um mich herum genießend, gelingt es meinem Körper, die Aufwachzeit sukzessiv nach später zu verschieben. Gestern halb 8, heute schon Viertel vor. Damit büße ich natürlich die Einsamkeit des Morgens ein, denn das kleine Kind kommt schneller die Treppe heruntergetrappelt als ich mir einen Kaffee kochen kann. Zeitgleich mit dem länger Schlafen können, fangen meine wilden Träume an. Träume, an die ich mich am nächsten Tag glasklar erinnern kann und die mich lächeln lassen, weil so klar ist, warum ich sie träume. Letzte Nacht war es das Thema “Schule” und die Dinge, die ich dort vertraumwuschtet habe, die sind so… logisch. Ich weiß genau, woher sie kommen, was sie für mich bedeuten und welchen Teil sie von meinem Inneren spiegeln. In ein paar Tagen wird auch das wieder weniger werden und es wird die Phase kommen, in der ich morgens ganz langsam in den Tag dösen und den wohligen Zustand zwischen Aufstehn und Liegenbleiben genießen kann. Dann werde ich auch mal wieder einen Kaffee im Bett trinken und mit spitzen Fingerchen SPON auf meinem itouch lesen. Dann werde ich sagen, jetzt bin ich so richtig in den Ferien angekommen. Genau einen Morgen werde ich das sagen, denn am nächsten Tag fängt dann wieder die Schule an.
himmelblau am 28. Dezember 2010 um 08:54
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