wenn ich an den weiterbildungstagen bei meinem bruder in münchen bin, gibts immer indisch. immer. ich kann gar nicht anders. samstag indisch, sonntag indisch und montag zum frühstück gleich nochmal. die netten menschen beim inder grüßen mich mittlerweile “ahh wiedda da junge frau? wasse diessemal zu esse?” und mir fällt auf: egal wo man ist – wenn die menschen beginnen einen wieder zuerkennen, ist man ein stück zu hause.
ich habe das erst neulich bei uns im dorf gemerkt. unsere kaffeemaschine war kaputt. infolgedessen bin ich jeden morgen beim bäcker im nachbarsort vorbeigefahren und habe mir dort kaffeetschko mitgenommen. die ersten male wurde ich unglaublich unfreundlich bedient. das kenne ich aus unserer oberbayrischen ecke schon und kann dementsprechend sportlich drauf reagieren – ich nehme mir einfach vor, die bäckereifachverkäuferinnen so lange mit meiner freundlichkeit zu traktieren, bis sie nicht mehr anders können als nett zu sein. und siehe da, nach 2 wochen wars dann soweit. tag 1 “geh, sie san ja scho wieda!” ja, wie die letzten 14 tage auch schon….tag 2 “sans neu hier?” nee, komme hier aus der ecke. tag 3 “i gewehn mi an sie!” und so weiter. die damen und ich hatten eine menge spass, bis ja bis bei uns der kaffeetschkomaster 3000 einzog. ein summendes brummendes blinkiding, dass mir morgens den besten kaffee der welt serviert. und die bäckereifachverkäuferinnen meines herzens arbeitslos machte. was aber unserer neugewonnenen zuneigung keinen abbruch tut – die freude übers wiedersehen ist um so schöner, wenn ich mal wieder nicht zum brote schmieren für die kinder gekommen bin und butterbrezeln “i woaß! in zwa verschiedene tüten packen!” kaufen muss.
so ist es doch letztendlich ganz einfach: reden. offen sein. nicht irritieren lassen. dran bleiben. und zack – ankommen in der welt in der man lebt, mit den menschen die dort eben auch noch leben.
tadellos am 29. November 2010 um 08:42
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