Ich dusche.
Die Badezimmertür geht auf, das kleine Kind kommt rein.
“Wenn die Großen den Pool so voll mit Wasser machen, dann kann ich da GAR NICHT mehr rein.”
Ich versuch’s einfach mal mit Abstreiten. “Das ist doch Quatsch, so viel voller als gestern wird das gar nicht.”
Das Kind ist unbeeindruckt. “Doch, dann kann ich GAR NICHT mehr ins Wasser.”
Ich versuch’s mit Vernunft. “Kind, das letzte Mal hatten wir extra für dich nicht so viel Wasser reingemacht. Nun haben sich die Großen gewünscht, dass wir einmal auch ganz voll machen.”
Uneinsicht. “Dann kann ich aber GAR NICHT mehr rein.”
Ich versuch’s mit Resignation. “Okay, dann kannst du halt GAR NICHT mehr rein.” Meine Haare sind inzwischen eingeschäumt und wieder ausgespült.
Das Kind reagiert unsachlich. “Dann mach ich jetzt einfach die Duschtür auf.”
Augenrollen.
“Immer seid ihr gemein zu mir.”
Die Badezimmertür knallt zu.
Die Badezimmertür geht auf, das mittlere Kind kommt rein.
“Wo ist denn schon wieder meine Badehose?”
Ich peele mein Gesicht und versuche ruhig durch die Nase zu atmen. “Auf dem Wäscheständer. Wie immer die letzten Tage.”
“Toll, aber wo ist der Wäscheständer?”
Einatmen. Ausatmen. “Im Garten. Wie immer die letzten Tage.”
“Ich hab den aber nicht gesehen.”
Ich schweige und dusche mir das Peeling vom Gesicht.
Die Badezimmertür geht zu.
Die Badezimmertür geht auf und ich bin kurz vorm Schreien.
“Guten Morgen, Mama.”
“Guten Morgen, großes Kind.”
“Habt ihr schon gefrühstückt?”
“Ja, vor drei Stunden.”
Pause. Das ist der Moment im Leben mit einer pubertierenden Tochter, wo alles möglich ist. Ich reibe mich mit Duschgel ein und warte einfach, was passiert. Nichts. Glück gehabt.
Das Kind geht. Die Badezimmertür bleibt offen.
Kinder dürfen mich ruhig mal Loslassen. Zum Beispiel, wenn ich gerade dusche.
himmelblau am 29. Juni 2010 um 10:16
eingeordnet unter Allgemein
keine Kommentare